Lesermeinung

Austausch mit einem Unbekannten

Der jüngste Artikel „Warum Firmen Dresscodes brauchen“, der zunächst im Manager Magazin und anschließend unter verändertem Titel als „Plädoyer für Kleidervorschriften“ veröffentlicht wurde, hat die Gemüter der Netzgemeinde bewegt.

Fern von vielen anonymen Kommentaren erhielt ich samstags morgens eine persönliche Zuschrift, die ich mit Ihnen meinen Lesern teilen möchte. Unterschiedliche Meinungen dürfen gleichberechtigt nebeneinander stehen, das zeigt dieser Austausch mit Herrn Dr. Schmiedel, der danach noch weiter lief und aus Unbekannten (halbwegs) Bekannte machte. Das ist die schöne Seite im Netz. Danke für die Courage – und die Erlaubnis, die beginnende Korrespondenz im Stilclub zu veröffentlichen:

 

Gesendet: Samstag, 5. Dezember 2015 10:11
An: katharina@starlay.de
Betreff: Kommentare zu einem Spiegel-Online-Artikel von Ihnen

Sehr geehrte Frau Starlay,

vielleicht interessieren Sie einige Kommentare zu Ihrem Spiegel-Online-Artikel. Sie finden den Thread hier:
http://www.rockmode.de/index.php?topic=5420.0
Mein Kommentar ist der letzte (Nickname: MAS).

Ich bin jedenfalls froh, in einem Betrieb (Uni Bielefeld) zu arbeiten, in dem es keinen ausformulierten Dresscode gibt.

Mit freundlichen Grüßen,
Michael A. Schmiedel

http://ekvv.uni-bielefeld.de/pers_publ/publ/PersonDetail.jsp?personId=38488082
http://www.migrapolis-deutschland.de/?id=michaelaschmiedel


Gesendet: Samstag, 5. Dezember 2015 18:25
An: Michael Schmiedel
Betreff: AW: Kommentare zu einem Spiegel-Online-Artikel von Ihnen

Sehr geehrter Herr Schmiedel,

danke für Ihre Zeilen, die ich Ihnen gerne genauso persönlich beantworte. Ich gebe Ihnen Recht, dass ein Dresscode nicht in allen Branchen notwendig ist – und ich bin auch der Überzeugung, dass Menschen sich unter anderem deshalb zu bestimmten Branchen oder Unternehmen hingezogen fühlen. Wer die Banker-Kluft nicht gut findet, wird sich wohl kaum bei einer Bank bewerben.

Tatsächlich ist der Artikel bereits am Montag in voller Länge und mit einem Titel, den ich passender finde, in meiner Kolumne „Starlay-Express“ im Manager Magazin erschienen:

http://www.manager-magazin.de/thema/starlay_express/

Die Überschrift lautete „Besser anziehen, besser verkaufen ……………..“

Interessanterweise wird der Artikel bei den Lesern des M.M. überwiegend positiv diskutiert. Firmen, die vom Verkauf leben (siehe Überschrift) geben ein Bild an der Öffentlichkeit ab und „stehen für etwas“. Sie wissen, wie stark Bilder sind. Und was Outfits bewirken können. Denn was tun wir alle, wenn wir an einem sonnigen Tag im Straßencafé sitzen und Cappucino trinken? Wir beobachten Menschen –
und die meisten überlegen sich, was ihnen an deren Erscheinung nicht gefällt …
Ich stehe absolut dazu, dass Kleidung nicht zufällig sein sollte. Sie spricht eine Sprache. Und für jedes Unternehmen ist es wichtig, sich überhaupt darüber Gedanken zu machen, ob es einen Dresscode braucht und möchte – oder lieber nicht.

Diese Aussage können Sie herzlich gerne mit Ihren anonymen Freunden teilen, die sich ja immerhin (weil sie den kritischen Beobachterblick und die Kommentare fürchten) nicht trauen, sich namentlich zu erkennen zu geben.

Da Sie sich getraut haben, würde ich Ihren Einwand und meine Antwort auch gerne namentlich in meinem Stilclub veröffentlichen. Ist das für Sie in Ordnung?

Ich wünsche Ihnen ein schönes Advents-Wochenende und freue mich auf Ihre Rückmeldung.

Freundliche Grüße, Katharina Starlay

PS: Der Deutsche Knigge-Rat versteht sich als Empfehlungsgeber fern von Vorschriften. Meine Gutachten für „Der große Knigge“ (ein Nachschlagewerk des Wirtschaftsverlags für Unternehmen) und meine Artikel sind ein Angebot an Menschen im Beruf, junge Leute, die vieles Zuhause nicht mehr lernen, und Menschen aus anderen Kulturen. Diese Orientierung im Dresscode-Dschungel kann jeder annehmen, der möchte. ;-)

Firmenseminare
Aussehen, Auftreten und Benehmen Ihrer Mitarbeiter sind ein Baustein Ihres Vertriebskonzeptes und damit Teil der Wertschöpfungskette: Firmenseminare für Kleidung, Knigge und Kompetenz, auf Wunsch getrennt für Männer und Frauen