KOLUMNE

Haarige Geschichten

Manche Moden treiben seltsame Blüten. Schüttelfrisuren zum Beispiel!

Der Begriff der Mode (abgeleitet aus der lateinischen Vokabel modus = Art und Weise) definiert sich laut Lexikon als „die in einem bestimmten Zeitraum und einer bestimmten Gruppe von Menschen als zeitgemäß geltende Art, etwas zu tun, Dinge zu benutzen oder anzuschaffen. Mit Moden werden also in der Regel eher kurzfristige Äußerungen des Zeitgeistes assoziiert.“ So Wikipedia. Und während sich die nach Individualität strebende Erwachsenenwelt zumindest verbal von Moden distanziert, nutzen junge Leute die Möglichkeit, ihren Gleichgedanken auszudrücken.

In der bestimmten Gruppe von männlichen Jugendlichen haben sich zum Beispiel seit längerer Zeit als zeitgemäß empfundene Frisuren durchgesetzt, die dem Träger meistens die Sicht rauben. So lässig wie der Trend auch aussehen mag – er führt eben dazu, dass sich die Betroffenen ein fast ständiges hektisches Kopfzucken angewöhnen müssen, damit die Haare nicht ständig in die Augen hängen. Das kann ganze Schulklassen nervös mach …

Katharina Starlay, Stilclub.deKatharina Starlay – Gründerin von stilclub.de

 

Haarig wird es manchmal auch bei Menschen, die sich in öffentlichen Veranstaltungen unbeobachtet glauben. Da werden Frisuren reorganisiert, lange Haare über die Schulter geworfen oder Strähnen versonnen unablässig um den Finger gewickelt, was besonders bei reiferen Frauen alles  andere als attraktiv wirkt.

Der Stil der Frisur orientiert sich an folgenden wichtigen Fragestellungen:

  • Was entspricht meinem Alter und meinem Lebensstil/Berufsbild?
  • Wie viel Zeit bin ich bereit, in der Morgenroutine für meine Frisur aufzuwenden?
  • Was geben meine Haarqualität und Haarmenge her?
  • Welche Gesamtproportion habe ich?
  • Welche Gesichtsform und welche Gesichtszüge habe ich?
  • Was ist in meinem Umfeld passend?

Wenn zum Beispiel der oben erwähnte Jugendliche in einem Restaurant im Service arbeitet, muss er sich die letzte Frage vor allen anderen stellen.

Der Fragenkatalog allein zeigt, dass Trends spätestens bei der Frisurenfrage an Grenzen stoßen – den was nützt der schönste ultrakurze Haarschnitt (klasse an jungen, zierlichen Frauen), wenn ich 1.82 m ohne Schuhe bin und Konfektionsgröße 36 trage? Dann sollte nämlich die Frisur nach Möglichkeit etwas voller sein, um der Körperlänge optisch ein Ende zu setzen.

Gelungen ist ein Frisurenstil, wenn er die Persönlichkeit unterstreicht und die obigen Punkte berücksichtigt. Gelungen ist er, wenn mit dem gearbeitet wird, was da ist.
Alles, was gegen die Natur arbeitet (wenn Sie zum Beispiel Haare, die sich locken wollen, immer wieder mit Glätteisen langziehen müssen, weil das gerade angesagt ist), ist nämlich purer Stress. Und ein Look, der angestrengt ist, sieht auch so aus.

Ihre Katharina Starlay

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