Katharina Starlay im Gespräch

DPA – Interview Juni 2014
(Artikel als PDF)

Sommermode: Shorts und Polohemden

 

Kurze Hosen: Was gibt es für Formen, welche Farben sind angesagt, wie kann ich Shorts & Co. stylen und was sind absolute No-go’s bei diesem Trend?

Shorts bei den Damen begegnen uns dieses Jahr entweder im wäschigen Look mit Pünktchen und Blümchen, in hellen Farben  und aus leichten Stoffen oder aber in sportlichen Varianten mit vielfach abgesteppten Nähten, manchmal sogar militärisch angehaucht, meist aus Baumwolle oder Baumwoll-Mischungen. Die Jeans-Shorts aus Blue Denim ist nach den superkurzen Formen, bei denen man die Taschenbeutel unten hervorblitzen sah – ganz früher nannte man das Hot Pants – wieder länger geworden, teilweise kniebedeckend, was für viele Frauenbeine vorteilhafter als die ultrakurze Form ist und die Shorts außerdem businesstauglich macht. Diese längeren Formen sind schmal geschnitten. Farben reichen von hell-gemustert bis zu schwarz oder ausgewaschenem Denim.

Ähnlich wie beim knieumspielenden Rock sollte eine Frau wissen, welche Länge für sie die bessere ist: Knapp oberhalb oder knapp unterhalb des Knies. Wer zum Beispiel ein breites Knie hat, tut sich keinen Gefallen mit einem Saum knapp darüber, der es noch betont und breiter wirken lässt. Fashion hin oder her. Eine Länge sollte immer da enden, wo das Bein eine schöne, schmale Stelle hat – bei der einen ist das oberhalb des Knies, bei der nächsten knapp unterhalb, bei der übernächsten unterhalb der Wade, so dass die schmale Fessel zur Geltung kommt. Da wären wir dann allerdings bei der 7/8-Länge der klassischen Capri-Hose.  So eine Hose sollte unbedingt auch von hinten betrachtet und überprüft werden – wegen der Länge, aber insbesondere auch, um zu sehen, ob die Potaschen, die ja auf der kleineren Fläche einer Shorts noch viel mehr ins Gewicht fallen, das Gesäß gut aussehen lassen! Machen Sie am besten ein Foto von hinten – dann sehen Sie, was auch andere von Ihnen sehen. Eines ist klar: Shorts betonen durch den hohen Saum die Wade und durch die kleinere Gesamtfläche die Oberschenkel gleich mit. Es gibt Frauen, die im Rock einfach besser aussehen.

Die knielange, schmale Shorts lässt sich mit Hemdbluse mit oder ohne Krawatte  jungenhaft stylen, was besonders zierlichen Frauen mit knabenhafter Figur gut steht. Mit Shirt oder Bluse, Blazer und höheren Absätzen schafft es die Shorts auch ins Büro. Für einen edlen Chic würde ich im Privatleben immer Kontrapunkte setzen: Wenn die Shorts, z.B. als Jeansshorts einen zerrissenen Look oder einen fransigen Saum hat, würde ich dazu immer gepflegte Pumps oder Sandalen tragen, bei einer konfektionierten, „angezogenen“ Shorts kann es auch mal einer der trendigen Gesundheitsschuhe sein,  die gerade Blickfang auf manchen Schauen waren. Kastige Pullover, die auf Höhe der Hüftknochen enden, sehen für mein Auge zur knielangen Shorts nicht gut aus: Die Körperlänge wird dadurch in drei etwa gleich lange Teile (Pulli – Shorts – Waden) unterteilt, was kompakt und wuchtig wirken lässt, insbesondere zu flachen Schuhen. Besser sind dazu schmale Oberteile und Shirts.
Zur ganz kurzen Shorts ist ein lässiges Oberteil aber schön – wenn die Beine stimmen und super gepflegt sind.

Bei den Männer-Freizeit-Shorts wird es lebendiger, hellere Farben und – viel gesehen – Karos. Die gehören aber definitiv nicht ins gesellschaftliche Leben, sondern eher an den Strand. Ein stilvoller Italiener zum Beispiel würde nie im Leben in Shorts einen Stadtbummel machen, egal, bei welchen Temperaturen!  Viele Männer geraten bei Shorts schnell in Verlegenheit, weil sie kein passendes Schuhwerk dazu haben. Dann sieht man auf einmal Business-Schuhe mit Socken zur kurzen Hose, was ein absolutes No-go ist. Deshalb die Devise: Beim Mann wird keine kürzere Hose ohne das passende Schuhwerk angeschafft. Besser aber, Sie greifen gleich zur hellen Chino oder leichten (langen!) Sommerhose und kombinieren sie ohne sichtbare Socken mit Mokassins, Leinenschuhen oder Sandalen, sofern die Füße gepflegt sind – das ist Voraussetzung für Sandalen.

 

Polohemden: Der Klassiker ist auch in diesem Sommer wieder hoch aktuell. Wozu kann ich das Polo tragen, was sollte man besser nicht machen?

Polos sind die Farbtupfer in so mancher Männergarderobe – und ein Lieblingsstück im Hochsommer, weil Baumwoll-Pikee hoch saugfähig und der glatten Ware eines Oberhemds, womöglich noch in Bügelleicht-Qualität, bei hohen Temperaturen bei Weitem vorzuziehen ist. Viele wissen nicht, dass Easy-care oder bügelleicht durch sogenannte Ausrüstungen mit Chemikalien erreicht wird, welche das Gewebe weniger atmungsaktiv machen. Durchgeschwitzte Hemden aus Synthetiks oder behandelten Cotton- oder Cotton-Mischgeweben fühlen sich weder für den Träger noch für jemand anderen, der damit in Berührung kommen könnte, gut an.

Das Dumme an Polos ist, dass Mann damit meistens auch irgendein Label spazieren führt, weil Polos auch beliebte Werbemittel sind. Und da Werbeartikel nur zu gerne möglichst billig produziert werden – was nicht gerade eine Empfehlung für die Marke ist – hat man dann den ganzen Ärger mit ziehenden Nähten, schnell ausgewaschenen Fasern und einer nachlässigen Optik. Polohemden sollten also immer gut verarbeitet, nie billig sein und– wenn schon – eine gut gemachte Stickerei haben, die sich auch in der Wäsche nicht verzieht!

An Männern mit einem trainierten Oberkörper ist es schön, wenn das Polohemd schmal sitzt und auch die Ärmelabschlüsse eng anliegen oder der Ärmel sogar knapp oberhalb des Bizeps endet. Frauen schauen da gerne hin. An einem untrainierten Arm geht das allerdings überhaupt nicht. In wertiger Optik lassen sich gepflegte Polos auch zur Businesshose auf business-casual stylen. Gute Farben sind die ganze Rotpalette von Braunrot über Burgunder bis Kirschrot – je nach Farbtyp – sowie mittlere Blau- und Grüntöne, sofern sie einem stehen. Non-Colours sehen oft etwas tot aus, Beigetöne sind gerade am Anfang der Saison, wenn die Haut noch blass ist, unvorteilhaft.

Bei Frauen sind Polos so eine Sache. In kleinen Größen und bei geringer Oberweite sehen sie gut aus, weil Kragen und Knopfleiste zum Gesicht hin „etwas passieren“ lassen. Dann gehen sogar Querstreifen und Blockstreifen. Frauen mit vollem Busen aber profitieren überhaupt nicht, im Gegenteil: Erstens vergrößert der hohe Kragen die gesamte Brustpartie, zweitens sorgt jeder Ärmelabschluss auf Höhe der breitesten Stelle der Brust dafür, dass diese noch breiter wirkt. Ein tiefer Ausschnitt und Ärmellängen über (Schulterkugel) oder deutlich unterhalb der Brusthöhe (also knapp über dem Ellenbogen) sind für weibliche Figuren mit Oberweite wesentlich geschickter.

Es gibt wenige Frauen, für die Polos wirklich „etwas tun“ und die darin attraktiv aussehen. Die meisten wirken eher wie der Kumpel ihres Partners. Dabei gibt es so viele schicke Blusen mit und ohne Ärmel, Shirts, Tops und Westentypen – reichlich Gründe, um die Polos den Männern zu überlassen.

 

Katharina Starlay im Gespräch


»Zum 90. Geburtstag von Queen Elisabeth II.«
Interview Tiroler Tageblatt (12.04.2016) (Artikel als PDF)

»Von der Sorgfalt der Auswahl«
Interview viaWALA 18 (2015) (Artikel als PDF)

»Neues Jahr, neuer Stil«
Rhein-Main Mix am Mittwoch 30. Dezember 2014 (Artikel als PDF)

»Vorsicht Fehlkäufe«
Frankfurter Neue Presse 27. Dezember 2014 (Artikel als PDF)

»Wintermäntel 2014«
DPA – Interview Oktober 2014 (Artikel als PDF)

»Am Po muss sie passen«
Artikel in der »Schwäbischen Zeitung« 17.09.2014 (Artikel als PDF)

»Sommermode: Shorts und Polohemden«
DPA – Interview Juni 2014 (Artikel als PDF)

»Kleidung in der Schwangerschaft«
DPA – Interview April 2014 (Artikel als PDF)

»Kurvenstar für eine Ballnacht«
Tiroler Tageszeitung vom 9.2.2014 (Artikel als PDF)

»Mit Grazie und Stil durch die Ballnacht«
Tiroler Tageszeitung vom 13.1.2013 (Artikel als PDF)

»Modedesignerin Katharina Starlay verrät Stilgeheimnisse«
Epochtimes vom 3.8.2012 (Artikel als PDF)

»Die richtige Kleidung ist ein Partner auf dem Weg nach oben«
Anangu – Fashion. Lifestyle. Networking vom 1.8.2012 (Artikel als PDF)

»Die Frau soll attraktiv auftreten«
Manager Magazin vom 26.9.2011 (Artikel als PDF)

»Meet accomplished fashion designer Katharina Starlay«
Front Row Society (engl.) (Artikel als PDF)